Horst Schlämmer, Bloggen in Grevenbroich
by guy.brush on 01/31/2007
Horst Schlämmer, allseits bekannter Provinzjournalist Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts, ist unter die Blogger gegangen. Auf schlaemmerblog.tv kann man ihm in kleinen Videoclips bei den ersten Gehversuchen als Videoblogger und den ersten Fahrversuchen als Fahrschüler zuschauen, in letzterem wird dann auch ganz nebenbei der Wagen über den grünen Klee gelobt.
Auch auf Medienrauschen hat man sofort erkannt, dass es sich hierbei um typisches virales Marketing handelt, was spätestens ein Blick ins Impressum zeigt. Dass und selbst wofür genau geworben werden soll, darüber lässt die Marketingkampagne den Besucher bewusst im Unklaren. Vielen alteingesessenen Bloggern stößt das böse auf, der Rest verlinkt euphorisch. 
Eigentlich soll’s mir wurscht sein, ich mag Horst Schlämmer und kann ĂĽber ihn meistens lachen. Und die Videoclips auf der Seite lassen nicht viel von Hapes genialem Humor vermissen.
Leider versagt das Werbeblog in der B-Note, so dass dann auch mir so einiges schwer im Magen liegt. Dass die umfangreichen begleitenden Texte nicht wie angegeben von Hape Kerkeling oder seinem Alter Ego verfasst werden, sondern vermutlich von einem merklich weniger humoristisch begabten Praktikanten aus der Werbebranche fällt insbesondere im Kontrast zu den professionell produzierten Videos doch deutlich unangenehm auf. Auch das Design des Blogs wird lieblos, sieht aus als käme es aus dem Web 2.0 Logo Creator und passt so gar nicht zum Herrn Schlämmer. Hinzu kommt, dass man die Videos nicht einmal ohne technisches Wissen oder ohne gar eine Abmahnung zu riskieren in das eigene Blog einbinden kann. Das ist viralem Marketing wohl eher hinderlich, hier haben die Werbe ihre Hausaufgaben nicht gemacht.
Dass man sogar technische Fehler bei der Einbindung der Videos gemacht hat, so dass der Vollbild-Button zumindest im Firefox in einigen Fällen funktionslos bleibt, passt dann leider zum Gesamtbild. Selbst Horst Schlämmers Charme verliert, wenn man ihn nur in Briefmarkengröße betrachten kann.
Zu guter letzt wird dann auch noch ein Video-Player verwendet, der nur zur nichtkommerziellen Nutzung kostenfrei ist, man kann also nur hoffen, dass die Werber nicht auch hier gepatzt haben und wenigstens die 15€ bzw. 100€ für die uneingeschränkte kommerzielle Nutzung brav bezahlt haben, im Vergleich zum vorhandenen Werbeetat sind das zwar Peanuts, dennoch wird so etwas gern vergessen.
So, jetzt weißte hoffentlich bescheid, Schätzelein.
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