Gowalla – Gedanken zum Spiel mit dem Ort
by emzo on 03/14/2010Lange Zeit sah ich Gowalla – das Spiel rund um reale Orte und virtuelle “items” – nur als netten Zeitvertreib und besonders schicke App für Geocaching-Fans. Man sammelte viele verschiedene items, die man über die angelegten Spots tauschen konnte. So erlangte man gowallischen Ruhm in Form von Stamps und Pins.

Mittlerweile ist Gowalla2.0 (wer? was? wie? Vorstellung Gowalla im pl0gscreencast #06) erschienen. Die neue Version der iPhone App bringt diverse Features mit:
- Foto-Upload und Kommentare: können jetzt zu jedem Spot hinzugefügt werden, das stärkt ganz klar den Community-Charakter
- Hot Spots: eine Auswahl der beliebtesten Spots in deiner Nähe, damit du die wichtigsten Orte immer im Blick hast
- Mehr Info (inklusiver schmoover GoogleMaps-Integration) zu den jeweiligen Spots
- Design-MakeOver: übersichtlicher, logischer aufgebaut und wesentlich mehr Funktionen in Sachen Spots, Freunde, Freundesfreunde und Facebook/Twitter
- Performance-Probleme: die App ist dank der neuen Features wesentlich ruckeliger geworden (3G und laut @insk auch 3GS)
Wenige Tage vor dem Update der iPhone App wurde auch die Webseite gowalla.com deutlich überarbeitet und mit dem neuen Design angestrichen. Auch wenn die neuen Features von Gowalla2.0 keine Revolution im “location-based-App-Segment (was´n Wort..) einläutet, sondern eher nur den State-of-the-Art herstellt, hat mich das Update und Redesign zum Nachdenken gebracht:
Wie eingangs gesagt, war Gowalla in meinen Augen anfangs ganz klar ein Spiel. Ich wollte bis vor wenigen Tagen nichts von Kommentaren und Foto-Upload wissen. Schließlich gab es genug Konkurrenz-Produkte (foursquare, latitude und brightkite), die für den Austausch und die Kommunikation von Geodaten wesentlich besser geeignet waren. Wenn ich also relativ “seriös” meinen Ort oder eine Info zu einem Point-of-Interest weitergeben wollte, konnte ich erfahrene Dienste und Anbieter schon vor Gowalla2.0 haben.
Heute denke ich anders darüber! Wem will ich meinen genauen Standort oder eine relativ private Empfehlung zu einem bestimmten Ort denn geben? Doch nur meinen Freunden, die ich entweder bei Twitter, bei Facebook oder eben auch bei Gowalla habe! Einer breiteren Öffentlichkeit will ich sowieso kein Bewegungsprofil meiner Person schenken, also brauche ich dafür keinen “seriösen/nüchternen/unverspielten” Dienst. Ich kann Spaß am Spiel haben und gleichzeitig Orte und Bilder dazu mit meiner Community tauschen. Mit Gowalla habe ich mittlerweile sowohl Spiel, als auch Geo-Service. Ich lasse die (ohnehin schwammige) Trennung zwischen Spiel und Informationsaustausch einfach fallen.
Wie seht ihr das? Verwendet ihr verschiedene Geo-Services? Twittert ihr mit Geo-Info? Spielt ihr bei gowalla, foursquare oder aka-aki mit einem öffentlichen Profil?
Ich übrigens nicht. Aber wir können Freunde vielleicht Freunde, wenn wir uns kennen. Hier gehts zu meinem Profil
UPDATE 15.03.2010:
Offensichtlich hat Gowalla wieder an der item-Frequenz-Kurbel gedreht. Vor wenigen Wochen bekam man für jeden Check-In ein item (was viele verwunderte, auch mich), mittlerweile bekommt nur sehr selten (geschätzt: pro 50 Check-Ins gibt´s 1 item) eines der beliebten virtuellen Goodies.
Auf Beschwerden aus der Fan-Gemeinde hat dies Jonathan Caroll bei getsatisfaction kommentiert
Für mich waren items und der Tausch damit ein absoluter Spaßgarant, auch im Winter sich die Mühe zu machen, an jedem Spot einzuchecken. Die künstliche Verknappung wird den wenigsten Usern gefallen!
UPDATE2 16.03.2010:
Scheinbar lag der item-Mangel irgendwie doch an der #sxsw. Die Entwickler haben einen Bug gefunden und arbeiten an einer Lösung, sagt dieser Tweet. Dankeschön an @ste7130 fürs Retweeten. Wenig später @gowalla:
Alright folks, I think we’ve fixed the missing items bug. Now I don’t want you to all rush out there at once to check in…
There are 17 comments in this article: